Thesen zur Ästhetik: Fraktale
Der Mathematiker Benoît Mandelbrot, Mitbegründer der Chaostheorie, entdeckte, als er sich fragte: «Was ist Kunst, was ist Schönheit?», dass Kunst algorithmisch sein kann. So finden sich Fraktale in unterschiedlichen Bereichen, z.B. in der Mathematik und in der Natur. Aus der Berechnung fraktaler Gleichungen mit gewissen Anfangswerten folgen bildliche Darstellungen (Apfelmännchen). Diese beinhalten sich wiederholende Strukturen, die sich sowohl bei grober Betrachtung als auch im Detail ähnlich sind. (Selbstähnliche Objekte). Fraktale sind zugleich Ordnung und Chaos, mit ihnen können beispielsweise die Entstehung und das Verhalten von Flutwellen wie jene des Tsunami erklärt werden. Mandelbrot meinte, dass Schönheit – ob figürlich oder abstrakt – möglicherweise nur auf dem schmalen Grat zwischen Mangel und Übermass an Strukturiertheit existiere.
David Hockney, britischer Künstler: «In ein Fraktal kann man immer weiter und weiter hineinsehen, und es bleibt dabei immer ein Fraktal. Es weist einen Weg zum tieferen Bewusstsein der Einheit».
David Bohm, amerikanischer Quantenphysiker: «…alles was die Theorie über die Wirklichkeit aussagt, stellt nicht auch schon diese Wirklichkeit dar, weil ja jede Theorie eine Abstraktion vom Ganzen ist und damit in gewissem Sinne eine Illusion».
Intellektuelle Erkenntnisse sind Papier. Vertrauen hat immer nur der, der von Erfahrenem redet.
Hermann Hesse
aktualisiert 14-04-2011

